Empfohlener Kieferortopäde in München lt. Zeitschrift Focus

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Der kieferorthopädische Indikationsindex (KIG)

 

KIG ist die Abkürzung für „Kieferorthopädische Indikationsgruppen".  KIG ist ein System zur Beurteilung des Schweregrades einer Kiefer- oder Zahnfehlstellung. Es gibt 5 verschiedene Schwierigkeitsgrade, von 1 (sehr leicht) bis 5 (sehr schwer). Das KIG-System ist das Ergebnis mehrjähriger Beratungen, in denen die Vertreter der Zahnärzte und die Vertreter der Krankenkassen sich auf Regelungen verständigt haben, mit denen sichergestellt wird, dass die Krankenkassen Kosten nur noch für die Behandlung solcher Kiefer- oder Zahnfehlstellungen übernehmen, die das Kauen, Beißen, Sprechen oder Atmen erheblich beeinträchtigen oder zu beeinträchtigen drohen.

Es besteht keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen für die Schwierigkeitsgrade 1 und 2, die Eltern haben die Kosten selbst zu tragen. Bei Schwierigkeitsgraden 3, 4 oder 5 erstellt der Kieferorthopäde einen Behandlungsplan, der den Krankenkassen zur Genehmigung zugeschickt wird.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben das Recht, die KIG-Einstufung und den kieferorthopädischen Behandlungsplan des Kieferorthopäden durch einvernehmlich bestellte Gutachter der Kassenzahnärztlichen Vereinigungen überprüfen zu lassen.

Gegen die negative Entscheidung des Gutachters kann der Kieferorthopäde aber auch die Krankenkasse Einspruch einlegen und ein Obergutachten beantragen. Einspruchsführer ist derjenige, der durch das Gutachten beschwert ist. Im Falle der ablehnenden Stellungnahme des Gutachters ist dies regelmäßig der Kieferorthopäde. Der Einspruch ist innerhalb einer Frist von einem Monat (Ersatzkassen) beziehungsweise zwei Monate (Primärkassen) nach dem Zugang der Stellungnahme des Gutachters beim Kieferorthopäden, bei der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) einzulegen. Die Gebühren trägt grundsätzlich der Antragsteller. Der Kieferorthopäde stellt dem Patienten die Gebühren in der Regel in Rechnung.

Liegt Grad 3, 4 oder 5 vor Erreichen des 18.Lebensjahres vor und wurde der Behandlungsplan genehmigt, besteht Leistungspflicht seitens der gesetzlichen Krankenkasse für die gesamte kieferorthopädische Behandlung. Die Leistungspflicht besteht unabhängig vom Lebensalter, wenn die kieferorthopädische Behandlung mit einer Dysgnathie-Operation unter Voraussetzung bestimmter KIG-Gruppen kombiniert ist.

 Grad 1 und 2:
Die Kosten werden von den Kassen nicht übernommen.

Grad 3 bis 5:
Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für solche Leistungen die "ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich" sind. Es soll erst ab Beginn des späten Wechselgebisses behandelt werden (Ausnahme Frühbehandlungen).

behadlungsbedarf

 

Frühbehandlungen

Nach den Richtlinien des Bundesausschuss der Zahnärzte und Krankenkassen sollte eine kieferorthopädische Behandlung erst in der zweiten Phase des Zahnwechsels, also im späten Wechselgebiss, durchgeführt werden. Ausgenommen hiervon sind jedoch kieferorthopädische Frühbehandlungen und frühe Behandlungen. Folgende Indikationen erlauben eine kieferorthopädische Behandlung vor dem Beginn des späten Wechselgebisses, welche auch im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung bezuschusst werden (Abschnitt B, 8a - d der KFO-Richtlinien, 2004):

8a: Beseitigen von Habits

8b: Offenhalten von Lücken infolge vorzeitigem Milchzahnverlust

8c: Frühbehandlung (mit kieferorthopädischen Behandlungsplan, max. 6 Monate Therapiedauer)
- seitliche Kreuzbisse KIG K3 und K4
- Progenie mit sagittaler Frontzahnstufe 0 mm KIG M4 und M5
- Bukkalokklusion (Nonokklusion) permanenter Zähne KIG B4
- zum Öffnen von Lücken mit dem Behandlungsbedarfsgrad KIG P 3
- Distalbiss mit sagittaler Frontzahnstufe >9 mm KIG D5

8d: Frühe Behandlung (mit kieferorthopädischen Behandlungsplan)
- Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten oder andere kraniofaciale Anomalien KIG A5
- ein skelettal-offener Biss > 4mm mit dem Behandlungsbedarfsgrad KIG O 5

Die Frühbehandlungen 8a-c sollen nicht vor dem 4. Lebensjahr begonnen werden.

A – Kraniofaziale Fehlbildungen

Beispiel Apert-Syndrom (Akrozephalosyndaktylie):apert

Genetisch bedingte Besonderheit auf der Grundlage einer Mutation des fgfr2-Gens auf dem Chromosom 10, die zu vielfältigen  örperlichen Fehlbildungen führt. Benannt wurde das Syndrom 1896 nach dem französischen Arzt Eugene Apert.

 

 

 

 

gaumenBeispiel Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (Cheilognathopalatoschisis):
Jährlich werden allein in Deutschland etwa 1.500 Kinder damit geboren.

 

 

 

 

U – Zahnunterzahl (Aplasie oder Zahnverlust)

Die Gruppe U wird nur erfüllt, wenn eine präprothetische kieferorthopädische Therapie oder ein kieferorthopädischer Lückenschluss  indiziert ist und durchgeführt wird.

unterzahl unterzahl2
Patient, männlich,16 Jahre alt, mit Nichtanlage 45 und 35.
Der Milchzahn 75 musste wegen profunder Karies extrahiert werden

 

S – Durchbruchstörung (Verlagerung/Retention)

Die Gruppe S wird erfüllt, wenn eine Fehllage eines Zahnkeims oder ein Durchbruchhindernis (z.B. ankylosierter Milchzahn, Odontom)  vorliegt ohne realistische Chance zum Spontandurchbruch. Weisheitszähne sind hiervon ausgenommen. Die Gruppe S wird nicht erfüllt,  wenn damit zu rechnen ist, dass ein retinierter Zahn nach Entfernen eines Durchbruchhindernisses oder durch Reduzierung der Zahnzahl  spontan durchbricht und sich korrekt und ohne behandlungsbedürftige Restlücke in den Zahnbogen einstellt.

durchbruch durchbruch2 durchbruch3

 

Sagittale Stufe
Die Messung der sagittalen Frontzahnstufe erfolgt in habitueller Okklusion in der Horizontalebene von der Labialfläche der Schneidekante des am weitesten vorstehenden unteren Schneidezahnes zur Labialfläche seines bzw. seiner Antagonisten.

D - distal

distalDie KIG-Gruppe D4 und D5 wird nur erfüllt, wenn eine sagittale Frontzahnstufe bei einem Distalbiss grösser als 6 mm beträgt, wobei sich bei den Gutachten der Wert ab 6,5 mm durchgesetzt hat.

 

 

 

 

 

 

M - mesial

mesialDie KIG-Gruppe M4 und M5 wird nur erfüllt, wenn mindestens ein Kopfbiss  ist zur umgekehrten Frontzahnstufe vorliegt.

 

 

 

 

Vertikale Stufe

O – offen (auch seitlich)
Gemessen wird der grösste Abstand der Schneidekanten bzw. Höckerspitzen voll durchgebrochener Zähne. Milchzähne werden bei der Bewertung nicht berücksichtigt. KIG O3, O4 und O5 werden nur erfüllt, wenn das Ausmass des offenen Bisses 2 mm übersteigt.

offen offenseite

T - tief
Gemessen wird die vertikale Stufe bei gerader Aufsicht von vorn, wobei die Okklusionsebene in der Waagerechten ausgerichtet ist. KIG 3 wird nur erfüllt, wenn ein Kontakt der Schneidezähne mit der antagonistischen Gingiva vorliegt, der bereits zur Traumatisierung des inbissbereiches geführt hat. Diese lässt sich nur klinisch feststellen.

tief

 

Transversale Abweichung

B – Bukkal-/Lingualokklusion
Bukkaler oder lingualer Fehlstand einzelner Seitenzähne oder Zahngruppen, deren Okklusalflächen keinen Antagonisten berühren, d.h. in Nonokklusion stehen und an den Antagonisten vorbeibeissen.

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K - Kreuzbiss

kreuzbiss kreuzbiss2
 

E – Kontaktpunktabweichung / Engstand (im Frontzahnbereich)

Kontaktpunktabweichung

kontaktpunktKontaktpunktabweichungen werden zwischen den anatomischen Kontaktpunkten bei Zähnen der 2. Dentition gemessen. Kontaktpunktabweichungen werden in der Okklusionsebene gemessen, d.h. die Approximalkontakte werden in die Horizontalebene projiziert. Dies gilt für alle Formen der Zahnfehlstellung, z.B. bei Zahnhoch- oder Aussenstände, Rotationen oder Engstände.

 

 

Engstand (im Frontzahnbereich)

engstandtEine Kontaktpunktabweichung zwischen den Approximalkontakten bei senkrechter Aufsicht auf die Okklusionsebene von mehr als 3 mm berechtigt KIG E3 und E4.

 

 

 

 

 

P – Platzmangel (distal der seitlichen Schneidezähne)

platzmangelBeträgt der Platzmangel zwischen zwei Zähnen neben einem noch nicht durchgebrochenen Ersatzzahn der 2. Dentition mehr als 3 mm, wird KIG P3 oder P4 zugeordnet. Es wird angenommen, dass der Ersatzzahn retiniert bleibt oder ausserhalb des Zahnbogens durchbricht. Bei einem späten Wechselgebiss wird das Platzdefizit anhand des Messwertes der Stützzonen (Raum für die Ersatzzähne im
Seitenzahnbereich) anhand der Tabellen nach Moyers berechnet.